Wilhelm von Grunelius

Wilhelm von Grunelius

Komponist und Pianist

 

 

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Portugal

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Biographie

Wilhelm von Grunelius wurde in Heidelberg geboren; er studierte nach dem Abitur Klavier und Komposition in Hannover und Berlin, u.a. bei Hans Chemin-Petit (Komposition) und Karl Engel (Klavier) und nahm an Kompositions- und Analysekursen bei Nadia Boulanger teil. Neben einer regen Konzerttätigkeit, u.a. mit Gwyneth Jones, Harald Stamm, José van Damm, Kurt Moll, René Kollo und Jochen Kowalski, gilt das besondere Interesse des Komponisten der wechselseitigen Beziehung von Musik und Sprache und ihrer Realisierung im Kunstlied. Seit 1978 ist Wilhelm von Grunelius Professor für Klavier an der Universität der Künste in Berlin. Neben der pianistischen Tätigkeit ist ein wachsendes Engagement als Komponist zu beobachten. Dazu gehören Werke für Klavier- und Kammermusik, wie auch Liedvertonungen, und als weiterer Schwerpunkt Werke für Blechbläser. Sein Stück Jeux pour deux für Trompete und Klavier wurde 1997 und 2003 für das Pflichtprogramm des ARD-Wettbewerbes in München nominiert. In der Konzertreihe “Das neue Werk” des NDR wurde im April 2000 in Hamburg die Elegie für Sprecher, Blechbläser und Schagzeug mit groβem Erfolg uraufgeführt.

Wilhelm von Grunelius was born in Heidelberg in 1942. After taking the Abitur, the German school-leaving examination, he studied in Berlin and Hannover, majoring in piano and composition. Among his teachers were Karl Engel (piano) and Hans Chemin-Petit (composition), furthermore, he attended courses in composition and analysis with Nadia Boulanger. Besides a very vivid and intense concert life with Gwyneth Jones, Harald Stamm, José van Damm, Kurt Moll, René Kollo, Jochen Kowalski and others, Wilhelm von Grunelius is especially interested in the interrelationship between music and language and its practical realization in the lied. Since 1978, Wilhelm von Grunelius has been a professor of piano music at the Berlin college of arts Universität der Künste. Apart from his work as a pianist, he has become more and more involved with composition work lately. Among his compositions are works of piano and chamber music, lieder and – another focus of his attention – music for brass winds. Wilhelm von Grunelius’ piece Jeux pour deux for trumpet and piano was part of the obligatory programme at a 1997 and 2003 music competition in Munich, organized by ARD, a major German television station.

Kompositionen

  • Editions Marc ReiftCrans Montana
    • Jeux pour deux” für Trompete und Klavier EMR673
      (Das Werk wurde für 2007 als Wahlpflichtstück für den deutschen Musikwettbewerb nominiert.)
    • “Vier lyrische Stücke” für Posaune und Klavier EMR2117
    • “EmBRASSing Ovid”, 1) Hornsolo EMR2021, 2) Posaunesolo EMR2023, 3) Tubasolo EMR2022
    • “Erstes Quintett” für 2 Trompeten, Horn, Posaune, Tuba EMR5266
    • Sur” (zweites Quintett) für 2 Trompeten, Horn, Posaune, Tuba EMR5275
    • Chant d’Automne” für Flügelhorn (Trompete in B), Pauken und Streichorchester EMR1624
  • Edition PetersFrankfurt a.M.
    • Lineæ noctis” für Orgel in “Frankfurter Orgelbuch” N° 8845
  • Verlag Ries & ErlerBerlin
    • “Epitaphe” Zyklus in vier Teilen für Klavier N° 10103
    • “Epitaphe” Zyklus in vier Teilen für Blechbläserensemble und Schlagzeng N° 87010
  • Edition Walhall Magdeburg
    • “Der Sechste Psalm” für mittlere Frauenstimme und Orgel EW 137
    • “Intrada, Aria e Finale” für Posaune und Orgel EW 320
    • “Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umpfangen” Fantasie nach Peter Cornelius für Orgel EW 308
    • “Drei Lyrische Szenen” für Tuba und Klavier EW 310
    • “Tuba-Triptychon” für Tuba und Klavier EW 247
  • Im Manuskript
    • “Cinco poesias de Fernando Pessoa” para uma voz intermédia e piano ou orquestra, Liederzyklus (deutsch und portugiesisch)
  • Gedruckte Fassung
    • “Elegie” für Sprechstimme, Blechbläserensemble und Schlagzeug (Partitur und Stimmen leihweise)

Kritiken

  • Musica Sacra Heft 6/2003

Wilhelm von Grunelius (1942): Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Fantasie für Orgel. Edition Walhall EW 308, Mir war der Name von Grunelius bisher nicht geläufig, das wird sich aber nach Erhalt dieses Werkes ändern: hier liegt ein gewichtiges Opus des in Berlin lebenden Komponisten vor, “Fantasie über einen Choratz von Peter Cornelius” lautet der Untertitel des 22-seitigen Stückes. Fesselnd der langsame Aufbau und das Erreichen des Höhepunktes sowie das insich Zusammensinken der Musik – der Komponist hat Sinn für Dramatik. Überzeugend schon der Anfang mit seiner bedrohlich wirkenden kleinen Sekunde im Pedal – sehr wirkungsvoll. Originell der sprichwörtlich entschwebende Schluss – das hat Klasse. Die freitonale, dissonante Tonsprache wirkt überzeugend, die Komposition hinterlässt eine tiefe Wirkung. Herausragend. Typisches Walhall-Niveau: bester Druck, Vorwort zum Komponisten und zum Werk. FS

  • Das Orchester 11/2003

Wilhelm von Grunelius: Drei lyrische Szenen für Tuba und Klavier. Edition Walhall, Magdeburg 2003, 9,- €. Kammermusik für Tuba dürfte auch unter Musikern zu den eher unbekannten Gebieten gehören. Umso wertvoller sind Neuentdeckungen, denen man einen festen Platz in der Tubaliteratur vorhersagen kann. Das vorliegende Werk besteht aus drei umfangreichen Sätzen mit jeweils recht markanten Themen. Beim Lesen des Notentexts gewinnt man den Eindruck, dass der Titel Lyrische Szenen einen gewollt auf eine falsche Fährte locken will, denn im Grunde handelt es sich um eine Sonate: Allegro moderato – poco lento e rubato – vivace. Sich dieser Doppeldeutigkeit zu stellen ist Voraussetzung, das Werk angemessen zu realisieren. Ein Blick in das Vorwort, in dem sich von Grunelius dazu äuβert, unterstützt diesen Gedanken. Was ist nun lyrisch daran? Das Werk lebt vom Spannungsverhältnis der tiefen Tubaklänge und dem bis in die höchsten Lagen reichenden Klavier. Der Tuba sind sowohl schöne gesangliche als auch virtuose Partien zugedacht, die auch im Wechselspiel mit dem Klavier auftreten. Der Klavierpart setzt konsequent auf klangliche Mittel, die sich am besten als “zeitgenössischer Impressionismus” charakterisieren lassen. Wenn sich beide Interpreten auf das klangliche Abenteuer der Komposition einlassen, entfaltet sich der lyrische Eindruck wie von selbst. Darüber hinaus kann man eine Menge interessanter formaler Erkenntnisse gewinnen. Der Druck ist deutlich lesbar, Taktzahlen am Zeilenanfang erleichtern die Probenarbeit. Die Komposition lässt es nicht zu, dem Tubisten bequeme Stellen zum Blättern anzubieten, sodass man dahingehend nach eigenen Wegen suchen muss. Ein kammermusikalisch interessierter Tubist sollte die Drei lyrischen Szenen als wertvollen Bestandteil seines Repertoires betrachten.

  • Musik und Kirche 7/8/2003

Wilhelm von Grunelius (* 1942) hat ein profiliertes Werk neuer Orgelmusik nach einem Männerchorsatz von Peter Cornelius vorgelegt, in dem sich moderne Tonsprache mit genauer Kenntnis des Instrumentes in einem Thema mit Variationen verbindet. Überall klarer, vorzeichenreicher Orgelsatz, von dem man sich nicht abschrecken lassen sollte, ausdrucksvolles Melos und eine stets farbenreiche musikalische Sprache, die den Trend zu Leichtem und Leichtestem nicht mitmacht: Musik der Einstudierung wert und vornehmlich im Konzert oder zu besonderen Anlässen am Ende des Kirchenjahres von groβer Wirkung.

  • Heilbronner Stimme 19/10/2007

 

Zu der Uraufführung von „Chant d’automne“ für Flügelhorn, Pauke und Streichor­chester durch Wolfgang Bauer und das Württembergische Kammerorchester:[...] Ganz anders der Ansatz des 1942 in Heidelberg geborenen von Grunelius: Isoliert stellt er in „Chant d’automne“ das von Trompetensolist Wolfgang Bauer souverän gespielte Flügelhorn neben die Streicher. Und er erzeugt eine Gegnerschaft, die durch die Pauke verstärkt wird. Zu Bauers klaren Fanfaren und Läufen legt das Orchester auf wühlende, fast lyrische Momente in diesen Herbstgesang“, für den von Grunelius […] die winternah bedrohliche Düsternis nordischer Küstenlandschaften vor Augen hatte.“

  • Gießener Allgemeine Zeitung 17/10/2006

2. Quintett für Blechbläser („Sur“): „Südeuropäische Atmosphäre verbreitete Wilhelm von Grunelius Quintett Nr. 2 mit dem Titel „Sur“, der sich im Namen des süddeutschen Ensembles wiederfindet. Frappierend die rhythmisch äußerst präzise Koordination im ersten Satz („Nizza“), in dem die Musiker knackige Akzente setzen.Der bizarre 2. Satz („Granada“) erinnerte an Traumgespinste, der dritte („Lissabon“) changierte zwischen portugiesischer Lebenslust und Melancholie und gipfelte in einer furiosen Schlusssteigerung.“

Pläne

  • 29.11.09 Aufführung von „Sur“ im Aalto-Theater Essen durch das Blechbläserquintett der Essener Philharmoniker.

 

  • 18.12.09 Aufführung der „Epitaphe“ für Klavier und dem Tuba-Triptychon durch den Komponisten (Klavier) in Lissabon.

 

  • 22.12.09 Aufführung der „Jeux pour deux“ für Trompete und „Drei lyrische Szenen“ für Tuba mit dem Komponisten am Klavier in Lissabon.

 

  • 23.12.09 Aufführung desselben Programms in Porto.

 

  • 02.-06.01.10 Klavierkurs (Schwerpunkt moderne Kammermusik mit Klavier) in Lissabon mit dem Komponisten.

 

  • Jeux pour deuxfür Trompete und Klavier ist zum Wahlpflichtstück des Deutschen Musikwettbewerb – Bonn 2010 gewählt worden.

 

Neuerscheinung: „Über die Vergänglichkeit“
Kantate für hohe Singstimme und Orgel
Walhall Verlag Magdeburg [EW621]


Last update: November 2010